Gebet des Monats

Eine Arbeitsgruppe aus den Reihen des Pfarreirats der fusionierten Gemeinde St. Laurentius hat es sich zur Aufgabe gemacht, monatlich ein Gebet zu veröffentlichen, welches in allen Kirchen der Gemeinde ausgelegt wird und auch auf dieser Seite zu finden ist. Bei diesen Gebeten handelt es sich um ganz besondere Gebete, selbstgeschriebene, oder besonders lieb gewonnene Gebete von Personen des öffentlichen Lebens oder von Privatpersonen, die ihre Gebete zur Veröffentlichung zur Verfügung stellen möchten. Wer diesen Wunsch verspürt, kann sein Gebet den jeweiligen Pfarrbüros (pfarrbuero@laurentius-senden.de) zukommen lassen, oder diese an Georg Jacobs, Christa Kuhlmann oder Marianne Artmeyer weiter geben.

Juli 2017

EIN FERIENGEBET

Lass mich langsamer gehen, Herr!
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens durch das
Stillwerden meiner Seele.
Lass meine hastigen Schritte stetiger werden mit dem Blick auf
die weite Zeit der Ewigkeit.
Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages die Ruhe der ewigen
Berge.
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln durch die
sanfte Musik der singenden Wasser, die in meiner Erinnerung
lebendig sind.
Lass mich die Zauberkraft des Schlafens erkennen, die mich
erneuert.
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.
Lass mich langsamer gehen um eine Blume zu sehen, ein paar
Worte mit einem Freund zu wechseln, einen Hund zu
streicheln, ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.
Lass mich langsamer gehen, Herr,
und gib mir den Wunsch, meine Wurzeln tief in den ewigen
Grund zu senken,
damit ich empor wachse zu meiner wahren Bestimmung.


Aus Südafrika

Juni 2017

ALLMÄCHTIGER, EWIGER GOTT,

erfülle die ganze Welt
mit den Gaben des Heiligen Geistes,
und was deine Liebe
am Anfang der Kirche gewirkt hat,
das wirke sie auch heute
in den Herzen aller, die an dich glauben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Bruder und Herrn.

Amen.

(Aus der Pfingstausgabe von Renovabis)

Mai 2017

Herr meiner Seele!

Herr meiner Seele! Als Du noch in dieser Welt wandeltest,
hast Du den Frauen immer Deine besondere Zuneigung
bewiesen. Fandest Du doch in ihnen nicht weniger Liebe
und Glauben als bei den Männern. Die Welt irrt, wenn
sie von uns verlangt, dass wir nicht öffentlich für Dich wirken
dürfen, noch Wahrheiten aussprechen, um derentwillen wir
im Geheimen weinen, und dass Du, Herr, unsere gerechten
Bitten nicht erhören würdest. Ich glaube das nicht, Herr,
denn ich kenne Deine Güte und Gerechtigkeit, der Du kein
Richter bist wie die Richter dieser Welt, die Kinder Adams; kurz,
nichts als Männer, die meinen, jede gute Fähigkeit bei
einer Frau verdächtigen zu müssen. Ich werfe unserer Zeit vor,
dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister
zurückstellt, weil es sich um Frauen handelt.

(Teresa von Avila)

April 2017

Nun ist es wieder Zeit

Nun ist es wieder Zeit,
zu beten und zu fasten,
ich mache mich bereit,
die Seele zu entlasten.
Bei dir, Gott, finde ich,
was mich lebendig macht,
durch Fasten nehme ich
auf meine Seele acht.
Mein Gott, du schenkst mir Mut
und gibst mir neue Kraft,
Verzichten tut mir gut,
weil es neue Kräfte schafft.

Amen.

März 2017

Vater unser...

Vater unser,
der du bist im Himmel meines Herzens,
wenn es auch eine Hölle zu sein scheint;
geheiligt werde dein Name,
er werde angerufen in der tödlichen Stille meines
rastlosen Verstummens;
dein Reich komme,
wenn alles uns verlässt;
dein Wille geschehe,
auch wenn er uns tötet,
weil er das Leben ist
und, was auf Erden wie ein Untergang aussieht,
im Himmel der Aufgang deines Lebens ist;
unser tägliches Brot gib uns heute;
laß uns auch darum bitten, damit wir wenigstens
unseren Hunger merken,
dass wir arme und unwichtige Geschöpfe sind;
befreie uns von unserer Schuld und Anfechtung,
die eigentlich nur eine ist:
nicht zu glauben an dich
und an die Unbegreiflichkeit deiner Liebe.

(Karl Rahner)

(Zugesandt von einem Gemeindemitglied)

Februar 2017

Gebet bei den Töpfern in Taizé

Herr, mache mich zu einer Schale
offen zum Nehmen,
offen zum Geben,
offen zum Geschenktwerden,
offen zum Gestohlenwerden.
Herr, mache mich zu einer Schale für Dich,
aus der Du etwas nimmst,
in die Du etwas hineinlegen kannst.
Wirst Du bei mir etwas finden, was Du nehmen könntest?
Bin ich wertvoll genug, so dass Du
in mich etwas hineinlegen wirst?
Herr, mache mich zu einer Schale für meine Mitmenschen,
offen, für die Liebe, für das Schöne,
das sie verschenken wollen,
offen für ihre Sorgen und Nöte,
offen für ihre traurigen Augen
und ängstlichen Blicke,
die von mir etwas fordern.
Herr, mache mich zu einer Schale!

(Gebet bei den Töpfern in Taizé)

Januar 2017

Neujahrswunsch 1883

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
Und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
Aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
Und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
Und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten,
Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
Und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen,
aber bitte nicht sofort.

(Neujahrsgebet des Pfarrers Hermann Kappen aus Lamberti, Münster, aus dem Jahre 1883)

Dezember 2016

Komm, ja komm
 
Komm, ja komm mein Gott
Komm mit deinem Feuer
Und entflamme mich
Komm mit deinem Atem
Und belebe mich
Komm mit deiner Kraft
Und richt mich auf
Komm mit deiner Liebe
Und begeistere mich

Komm,
ja komm, du Gott der Welt
Komm in vielen Propheten
die alles in Frage stellen
und niemanden in Ruhe lassen
Komm in Jesus Christus
der die Wunden heilt
und alles lebendig macht
Komm in allen Menschen
Die lieben und den Frieden suchen
Komm in allen Dingen
Die mir begegnen und doch fremd sind

Komm, ja komm mein Gott
Und mache diese Welt zu deiner Wohnung

(Aus dem Buch „Du Atem meines Lebens“ von Anton Rotzetter)

November 2016

Nun hat sich Fried herabgesenkt
 
Nun hat sich Fried herabgesenkt,
die Hast des Tages schweiget.
Für alles, was du mir geschenkt,
sei dir, Herr, Dank erzeiget.
Du bist der gute Hirt
der mich durchs Dunkel führt.

Hab ich an diesem Tage
Dich und deinen Weg gemieden,
dann sei mir nah ganz väterlich
und schenk mir deinen Frieden.
Du hast mit mir Geduld,
verzeihest alle Schuld.

Lass alle Menschen, die mir lieb,
dein Freundlichkeit erfahren.
Und allen dein Erbarmen gib,
die heute böse waren.
Wenn einst erscheint die Nacht,
in der du kommst mit Macht,
dann sprech ich voller Zuversicht:
Mein Jesus, er verlässt mich nicht.
Amen.

(Aus dem Buch: Morgen und Abend Gebete)

Oktober 2016

Tägliches Gebet für die Pfarrgemeinde
 
Herr, lass in unserer Gemeinde Deine Gnadengaben lebendig werden:
Wir brauchen Menschen, die zuhören können,
Menschen, die Frieden stiften,
Menschen, die Einheit und Gemeinschaft schaffen,
die ausgleichen und versöhnen,
Zeugnis geben und die Wahrheit sagen ohne zu verletzen.
Wir brauchen Menschen, in denen Dein Geist aufleuchtet,
die Hoffnung ausstrahlen und sich für Dich und Dein Reich selbstlos einsetzen.
Herr, schenke uns Menschen mit der Fähigkeit, andere zu überzeugen,
die beten und die das Gebet auch zur Tat werden lassen.
Herr, lass unsere Gemeinde zu einer missionarischen Gemeinde werden,
würdig, Dir Hilfe zu sein im Dienst am Heil der Welt.
Amen.

Eingesandt von einer Sendenerin

September 2016

Schutzengel

Heiliger Schutzengel mein,
lass uns dir empfohlen sein.
Steh in jeder Not uns bei,
halte uns von Sünden frei.
Führe uns an deiner Hand,
in das himmlische Vaterland.
In dieser Nacht wir bitten dich,
beschütze und bewache uns.

Gebet einer Bösensellerin

August 2016

Kinder-Abend-Gebet

Müde bin ich geh zur Ruh
schließe beide Äuglein zu.
Vater lass die Augen dein
über meinem Bette sein.
Hab ich Unrecht heut getan
sieh es lieber Gott nicht an.
Deine Gnade, Christi Blut
machen allen Schaden gut.
Alle, die mir sind verwandt
Gott lass ruh'n in deiner Hand.
Alle Menschen, groß und klein
sollen dir befohlen sein.
Kranken Herzen sende Ruh
nasse Augen schließe zu
Lass den Mond am Himmel steh'n
Und die stille Welt beseh'n.

Das Gebet haben unsere Kinder gebetet.
(Urszula Elsner)

Juli 2016

Kinder-Abend-Gebet

Der Tag war lang, der Tag war schön, jetzt ist es schon so spät.
Wir falten unsere Hände nun zu unserem Nachgebet.
Wir danken für den Sonnenschein und für das schöne Spiel,
für Lachen und für Fröhlich-sein, du schenkest uns so viel.
Verzeih uns, wenn wir böse waren und andere gekränkt.
Wir danken dir für diesen Tag, den du uns hast geschenkt.
Wir beten und wir bitten Gott für eine gute Nacht,
und dass ein jeder morgen früh froh und gesund erwacht.
Amen.

(Verfasser unbekannt)

Bei einer Mutter-Kind-Kur auf Spiekeroog haben wir Mütter die Gebete, die wir mit unseren Kindern beteten aufgeschrieben und ausgetauscht. Dieses Kindergebet gefiel unseren Kindern am besten und wir haben es viele Jahre gebetet.
(Marianne Artmeyer)

Juni 2016

Hoffnungs-Gebet

Und trotzdem,
auch wenn mich umtreibt manches Problem,
finde ich das Leben interessant und schön.
Und trotzdem,
auch wenn der Himmel mit Wolken verhangen,
ist die Sonne nicht für immer untergegangen.
Und trotzdem,
auch wenn der Gegenwind bläst ins Gesicht,
gehe ich vorwärts und habe Zuversicht.
Und trotzdem,
auch wenn die Negativnachrichten überwiegen,
das Leben ist stärker und es wird siegen.
Und trotzdem,
auch wenn mancher Weg ist verbaut,
erlebt Wunder, wer Gott vertraut.
Und trotzdem,
auch wenn manche Türen und Tore verschlossen,
hat sich schon oft eine bessere Lösung erschlossen.
Und trotzdem,
auch wenn viele Fragen sind offen,
ich kann ja auf Antwort stets hoffen.
Und trotzdem,
denn die Liebe ist das Größte im Leben,
wo wir sie empfangen und weitergeben.

(Jakob Abrell)

Mai 2016

Morgengebet

Herr, du hast mir den neuen Tag gegeben.
Dankbar schreite ich wieder ins Leben.
Wollest in deiner Güte mir schenken
Herr, in Treue an dich zu denken.

Gib große Gedanken,
ein reines Herz,
gib Maß in der Freude
und still sein im Schmerz.

Lehre mich gut sein zu den Anderen,
die mit mir durch die Stunden wandern.
Führe uns alle auf deinen Wegen
heute und immer der Heimat entgegen.
Amen

Dieses Morgengebet wurde jeden Morgen von Schwester Theodora im Antonius-Kloster in Lüdinghausen mit uns gebetet.
Schwester Theodora war zu dieser Zeit unsere Klassenlehrerin.
(Inge Prinz)

April 2016

Gemeinschaft

Nicht gleiche Antworten
aber gleiche Fragen
nicht gleiche Wege
aber das gleiche Ziel
nicht gleiche Frömmigkeit
aber den gleichen Herrn
nicht alle gleich
aber alle eins
sich gleichzeitig geliebt wissen
und liebend.

W. Hoffmann
(eingereicht vom ehemaligen Bürgermeister Alfred Holz)