Wie geht ein Politiker mit der Seligpreisung „Selig, die Frieden stiften“ um? Diese Frage beantwortete Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am Sonntag in der Pfarrkirche St. Laurentius im Rahmen der SonntagsWorte. Nach der Vesper begann der Politiker seine Ausführungen mit profunden Gedanken zu der Bergpredigt. Er entschlüsselte den Kontext und stellte Verständnishorizonte auf, vor deren Hintergrund er dann seine persönlichen Erfahrungen stellte. Kurz nach dem Beginn seines Amtes als Bundestagsabgeordneter im Jahr 2009 musste er sich der Frage stelle, ob er für einen Beschluss stimmt, auf dessen Grundlage Soldaten der Bundeswehr nach Afghanistan geschickt werden – auch sein eigener Bruder. Ein ähnliches Dilemma stellte sich aus Schnieders Sicht bei der Frage des Lebensschutzes. Auch die Herausforderung des Ukraine-Krieges habe ihn als Politiker sehr beschäftigt. Hier berichtete er von einer Begegnung mit der damaligen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, die den Gesprächsfaden mit Putin zunächst nicht hat abreißen lassen, sich hat schmähen lassen, aber so nach Ansicht des Bundesverkehrsministers ihr Verständnis von Frieden deutlich gemacht hat. In der anschließenden Diskussion wurde insbesondere die Frage aufgegriffen, ob und wie Frieden mit der AfD möglich sei. Schnieder war hier sehr klar: „Einen Kontakt gibt es nicht und wird es auch nicht geben. Mit der AfD kann man einfach nicht sprechen.“ Seine Meinung untermauerte er mit Beispielen von unflätigen und verachtenden Äußerungen einzelner AfD-Abgeordneter im Bundestag. Die Zuhörer dankten dem bekennenden Katholiken und Kirchenmusiker mit anhaltendem Applaus, da Schnieder deutlich gemacht hatte, wie sehr er in seinen politischen Tun immer wieder auf einen Satz von König Salomon zurückgreift: „Schenke mir ein hörendes Herz.“


